 
Achilla Presse Verlagsbuchhandlung
Die Achilla Presse Verlagsbuchhandlung widmet sich der angelsächsischen und amerikanischen Literatur in Erst- oder Neuübersetzungen; sowohl klassische Autoren wie Herman Melville, Joseph Conrad, Edgar Allan Poe, Charles Brockden Brown sowie moderne Klassiker wie Sherwood Anderson, William Faulkner und Gertrude Stein, als auch zeitgenössische Autoren wie Hubert Selby, Michael Stephens oder Charles Baxter finden sich im Verlagsprogramm.
Daneben gibt es die Reihe »Mutabor – phantastische Bücher«, in der vergessene Autoren, rare Werke der frühen deutschen Phantastik neuveröffentlicht werden. Die Mutabor-Bücher werden von jungen Illustratoren mit altertümlichen Techniken wie Holz- oder Linolschnitt bebildert und für den Offsetdruck reproduziert und in Echtfarben gedruckt. Aufrichtiger Dank gilt in dieser Angelegenheit den Künstlern: Heike Küster, Jörg Kleinschmidt und Christoph Feist. Aufrichtiger Undank gebührt dem Enkel Arno Hachs, Rainer Hengsbach, mit dem ich mich nicht einigen konnte und so die Auflage makulieren ließ. Daher ist »Die Menschenhaut« von Arno Hach wie ehedem wieder ein sehr rarer Titel. Gerade einmal 150 Exemplare sind auf den Markt gelangt.
Mein verlegerisches Interesse, mein Interesse als Leser, wird zunehmend vom 19. Jahrhundert beeinflußt. Eine Epoche, die einerseits belächelt, andererseits aber eine Art Waisenknabe gegenüber dem nachfolgenden 20. Jahrhundert war. In gewisser Hinsicht war es ein unschuldiges Zeitalter, dennoch – alles ist relativ – war es natürlich ebenso gut oder schlecht wie vorhergegangene oder nachfolgende Zeiten. Eines aber ist sicher: das 19. Jahrhundert hat die Literatur durch seine technische Konstitution in die Lage versetzt, das viele Menschen Bücher gelesen haben – auch infolge mangelnder Alternativen der Unterhaltungskultur. Diese Entwicklung, die das Buch zu einer Art Pop-Ikone des 19. Jahrhunderts hat werden lassen, führte nebenbei auch dazu, daß die Autoren sich gegenseitig in eine nie vorher und nachher gekannte Konkurrenz gebracht haben. Ein Eifer um die Gunst der Leser, ein Wettlauf um die größten Auflagen begann. Der Bestseller ist auch eine Erfindung des 19. Jahrhunderts, ebenso die billige Broschur – neudeutsch: Taschenbuch. Schon um 1860 gab es Unterhaltungsreihen, die im Bahnhofsbuchhandel jener Zeit vertrieben wurden, und den heutigen Taschenbüchern recht ähnlich sind. Die große Nachfrage führte zu erstaunlicher Produktivität auf diesem Sektor – aber auch die literarische Qualität dieser altmodischen wirkenden Zeit wird noch heute oft unterschätzt.
Deshalb wird es bei der Achilla Presse in nächster Zeit wesentlich mehr Literatur des 19. Jahrhunderts geben. Da der Verlag ein personengeführtes Unternehmen ist, und weder eine Aktiengesellschaft noch der verlängerte Arm eines Medienkonzerns ist, kann es vorkommen, das irgendwann auch wieder ganz andere Literatur in diesem Verlag erscheinen wird. Wenn ich als Leser, oder als Verleger, mehr Geschmack an dem anderen, neuen, unbekannten finde, wird auch der Verlag wieder mehr Geschmack an dem anderen, neuen, unbekannten finden. Das ist wohl der einzige Vorteil, den der Kleinverlag den anderen Verlagen voraus hat. Ein wahrer Luxus.
http://www.achilla-presse.de
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