Literaturbüro Hannover / Hannah-Arendt-Stipendium Hannover
Stadt der Zuflucht HANNAH-ARENDT-STIPENDIUM Hannover
In vielen Ländern der Welt werden Autorinnen und Autoren bedroht und verfolgt. Das Ausmaß ihrer Verfolgung reicht von Publikationsverbot und Inhaftierung bis zur Bedrohung an Leib und Leben. Auf Anregung seines damaligen Präsidenten Salman Rushdie entwickelte das Internationale Schriftsteller Parlament (IPW) 1994 das Programm "Städte der Zuflucht". Hannover beteiligt sich seit 2000 an diesem Programm und richtete das Hannah-Arendt-Stipendium ein.
2006 wurde das europäische Netzwerk der Städte im norwegischen Stavanger neu konstituiert. Inzwischen wurde ICORN (International Cities of Refuge Network) zur internationalen Organisation weiterentwickelt und arbeitet mit Partnern in Europa, den USA und Mexiko.
Die Namensgeberin unseres Stipendiums, die bedeutende deutsch-amerikanische Philosophin und Politologin Hannah Arendt, kam 1906 in einem Haus am Lindener Markt in Hannover zur Welt. Als Jüdin flüchtete sie 1933 aus Deutschland zunächst nach Frankreich, dann 1941 in die USA, wo sie bis zu ihrem Tod 1975 lebte. Sie lehrte Politikwissenschaften in New York, Berkely, Princeton und Chicago. Ihr Hauptwerk, "Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft", erschien 1951.
Das Hannah-Arendt-Stipendium wird vom Kulturbüro der Stadt, dem Literaturbüro Hannover e.V. und durch privates Engagement getragen.
Nach Ales Rasanau, Calos Valerino, Wladimir Sorokin, Marwan Othman und Muhammad Sultan lebt nun der kubanische Autor Carlos Aguilera in Hannover. Er wurde 1970 in Havanna geboren, studierte romanische Philologie und publizierte zunächst mehrere Gedichtbände für die er u.a. mit dem David de Poesía 1995 ausgezeichnet wurde. Doch als Herausgeber einer kritischen Literaturzeitschrift wurde er mit Gefängnis bedroht und zensiert. 2003 kritisierte er vom Ausland aus die größte Verhaftungswelle seit Beginn der kubanischen Revolution 1959 und erhielt Einreiseverbot, das bis heute gilt. Seitdem hält er sich in Europa auf. Von seinen Werken sind auf deutsch „Die Chinamaschine“ und der Roman „Theorie der Chinesischen Seele“ sowie Theaterstücke erschienen, letztere wurden mehrfach auf deutschsprachigen Bühnen aufgeführt.
Aguilera arbeitet zur Zeit an einem neuen Roman und weiteren Theaterstücken. In Hannover will er seine vielfältigen literarischen Aktivitäten fortführen, wozu auch regelmäßig erscheinende Artikel für Zeitungen in Mexico gehören. Von Hannover aus beteiligt er sich weiterhin an dem Projekt „Sharazad“, mit dem das Städtenetzwerk ICORN Gastautoren eine Möglichkeit der Präsentation bietet. Informieren Sie sich hier über die Arbeit von ICORN.
|
 |
| Carlos Aguilera |
|