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Programm / Literatur im Künstlerhaus / 5/10


Dienstag, 04.05.2010, 19.30 Uhr // Literaturhaus
Literatur International – USA

Eliot Weinberger & Ingo Schulze
„Das Wesentliche“

Der Ruhm Eliot Weinbergers als einer der brillantesten Essayisten der Gegenwart ist in den letzten Jahren beständig gewachsen. „Brillant, virtuos, witzig und scharfsinnig: Eliot Weinberger.“ So skizziert das Hamburger Abendblatt den New Yorker Dichter und Übersetzer, dessen Essays als „spielerische Formen von Erkenntniskritik“ (NZZ) oder als „Poesie des Wissens“ (Literarische Welt) hoch geschätzt werden.

Unter dem Titel "Kaskaden" wurden bereits 2003 Essays von Weinberger auf Deutsch veröffentlicht. Darin schrieb er über Träume von Wikingern, aztekische Rituale, lachende Fische und das Liebesleben der Maulwürfe. Die in seinem aktuellen Essayband "Das Wesentliche" versammelten Nachrichten aus 4000 Jahren Natur- und Menschheitsgeschichte handeln vom Wind und von Strudeln, von Mohammed und von William Blakes Tiger, von Noahs Nachkommen in Irak und Iran, von Göttern, Heiligen und Zaunkönigen. Es sind Stücke von großer poetischer Schönheit. Und zusammen gelesen ergeben sie ein weltumspannendes Bild, in dem das Wort „Globalisierung“ einen ganz anderen, fremderen, zugleich wärmeren Sinn bekommt. Denn seit jeher gilt Weinbergers große Liebe dem babylonischen Gewirr der kulturellen Zeichen aus aller Welt und allen Zeiten. Doch wie weit die von ihm beschriebenen Kulturen auch entfernt sein mögen – seine Texte erhellen zugleich immer unsere Gegenwart, so daß sie es manchmal ist, die uns nach der Lektüre als exotisch erscheint.

Ein anderer großer Autor und ebenfalls wacher und präziser Beobachter der Gesellschaft, in der wir leben, überdies mit Weinberger befreundet, führt das Gespräch mit Weinberger und liest dessen Texte auf Deutsch: Ingo Schulze, der mit "33 Augenblicke des Glücks" (1995) und "Simple Storys" (1998) prominent wurde und zuletzt den Essayband "Was wollen wir?" (2009) veröffentlichte.
Die Übersetzung übernimmt Ulrike Sárkány, Literaturredakteurin bei NDR Kultur.

Eliot Weinberger, geb. 1949 in New York, ist Essayist, Dichter und Übersetzer (u.a. von Octavio Paz). Für seine Edition der Selected Non Fictions von Jorge Luis Borges erhielt er den National Book Critics Award. 1992 wurde er für seinen Beitrag zur Förderung hispanischer Literatur in den USA zum ersten Preisträger des PEN/Kolovakos Award ernannt, und 2000 erhielt er als erster Nordamerikaner überhaupt den höchsten mexikanischen Staatspreis, den Azteken-Adler.

Ingo Schulze, geb. 1962 in Dresden, studierte klassische Philologie und arbeitete als Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. Seit 1993 lebt er in Berlin. Schulze erhielt für seine Werke u.a. den Alfred-Döblin-Förderpreis und den aspekte-Literaturpreis 1995, den Joseph-Breitbach-Preis 2001, den Peter-Weiss-Preis 2006 sowie den Preis der Leipziger Buchmesse 2007 und war zweimal Finalist für den Deutschen Buchpreis. Der New Yorker zählte ihn 1998 zu den „Six Best European Young Novelists". Seine Bücher wurden in 27 Sprachen übersetzt.

Eintritt: 8,- / erm. 6,- Euro

Weitere Informationen:

Ingo Schulze
http://www.ingoschulze.com/

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