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Di. 02.03. | 19.30 Uhr
Arno Geiger
Alles über Sally


Di. 16.03. | 19.30 Uhr
Carlos Aguilera
Hannah-Arendt-Stipendium


Do. 18.03.
Stand der Begegnung 2010
Dei niedersächsischen Literaturhäuser auf der Leipziger Buchmesse


Di. 23.03. | 19.30 Uhr
Vom Lügen
Zwischen Authentizität und Anpassung: Kristof Magnusson & Jürgen Schmieder


Mi. 31.03. | 19.30 Uhr
Adolf Freiherr Knigge
"Werke" vorgestellt von Sibylle Lewitscharoff, gelesen von Rainer Frank


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Programm

Editorial

Trecker, Aszendent Mähdrescher

Der Jahreswechsel mit den üblichen Retro- und Zukunftsper- Spektiven liegt hinter uns und damit auch die hohe Zeit des Zeitungshoroskops, Quelle der Beruhigung für all diejenigen, die ein bißchen Zuspruch und Anpassungsdruck brauchen aber nicht in die Kirche gehen mögen.

Im Zeitungshoroskop ist das Leben ein langer, ruhiger Fluß und jeder Belastung tritt man mit seiner sternzeichen-gegebenen Energie und einem ausgewogenen Kommunikationsstil entgegen. Möglicherweise aufziehende Probleme heißen Spannungen und lassen sich leicht und vorzugsweise mit dem Partner lösen. Der Chef kann schwierig sein aber unterbreitet man ihm neue Ideen, wird Karriere gemacht. Auch ist es nie ausgeschlossen, endlich den Traumpartner zu finden. (Das gilt aber nur für Singles. Verheiratete müssen verzichten!). Ob Jungfrau oder Wassermann: An jeder Ecke winkt ein moderates Glück, wenn man nur beherzigt, daß es für alles eine friedliche Lösung gibt. Außer man ist so asozial, selber Chef oder arbeitslos zu sein. Dann muß man ohne Trost und Rat leben, weil man nicht zur Zielgruppe der Marketingabteilungen von Zeitschriften mit ausführlichem Jahreshoroskop zählt.

Als Text sind Horoskope langweilig und so von ungefähr als hätte jemand versucht hat, mit verbundenen Augen, ein Schweinchen zu zeichnen. Dennoch: lesen bildet. Nicht umsonst liegen ganze Stapel solcher Zeitschriften in Wartezimmern aus: Jede Arztpraxis, die auf sich hält, schult so ihre Patienten, fördert die Lektüre doch die Dechiffrierfähigkeit der anstehenden Diagnosen. Das ausgefeilt entwickelte Horoskopdeutsch ähnelt nämlich dem des juristisch versierten Arztes, der ja auch nicht mehr das Wort "gesund" in den Mund nehmen würde sondern höchstens sagt: "Wir haben nichts gefunden."

Nun ist für dieses Jahr der Spuk vorbei. Außer man ist Chinese oder Koreanerin. Die läuten erst im Februar das Neue Jahr ein. 2010 mit besonders viel Trara, Tamtam und lautem Gebrüll, denn es ist ein Tigerjahr. Da stellt sich nur noch die Frage: Bist Du Ratte oder Schwein, Pferd oder Büffel? Wird Dich der Tiger beißen oder Dir helfen? Und da selbst der ausgewogenste Kommunikationsstil niemals einen Drachen dazu bringen wird, den Hund die Karriereleiter erklimmen zu lassen, heißt es im Tigerjahr selber mal kräftig zubeißen. China ist im Kommen und hatte mal die ältere Kultur. Vielleicht können die Horoskope besser?

Lars Gustafsson brachte es neulich auf den Punkt: Die Sternenkonstellation zu unserer Geburt hätte in etwa soviel Auswirkungen auf uns, als passierten wir in einem Schnellzug ein Feld auf dem ein paar Landmaschinen stünden. "Sie sind ja vom Land", warf ich ein, "vielleicht sind Sie Trecker, Aszendent Mähdrescher." "Ja, gut möglich", meinte Gustafsson "aber was ist mit Ihnen?" Um ein Haar wäre ich Hanomag, Aszendent Straßenbahn geworden, weil ich fast im Auto meines Onkels zur Welt gekommen wäre. Aber es wurde dann doch noch das übliche Hebamme, Aszendent Oberarzt.

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10.03.10 Webdesign & CMS U21 Hannover