Podcast

„Position und Stimme des Opfers: Eine Figur zwischen Selbstbehauptung, Instrumentalisierung und Verstummen“

Forschungskolloquium der Leibniz Universität

Die Frage, wer ein Opfer ist und was diese Zuschreibung impliziert, bestimmt viele kulturelle und gesellschaftliche Debatten. Es zeigt sich, dass Kontroversen über Position und Stimme von Opfern die Art und Weise der Erinnerung immer auch deuten und zur Disposition stellen die Beschäftigung mit Formen struktureller und kollektiver Gewalt genauso.

Die Vortragsreihe widmet sich der komplexen und umkämpften Bedeutung des Opfers in der Literatur und Kunst und damit ihrer Interpretation als Figur zwischen Selbstbehauptung, Instrumentalisierung und Verstummen. Die literaturwissenschaftliche Perspektive ergänzt der Autor und Aktivist Max Czollek mit einer Lesung.

Leitung: Dr. Saskia Fischer & Prof. Dr. Matthias Lorenz

 

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Mai 2021

Folge 1: Der Sprache zum Opfer: Mona Körte (Bielefeld) – Vortrag und Diskussion  // Albert Drachs Roman Untersuchung an Mädeln. Kriminalprotokoll von 1971

Folge 2: Wehrhafte Opfer: Max Czollek (Berlin) – Lesung und Gespräch // Desintegriert Euch!, Gegenwartsbewältigung, wehrhafte Lyrik

Juni 2021

Folge 3: Den Opfern eine Stimme geben? Laura Beck (Bremen) – Vortrag und Diskussion // „ein bisschen Flüchtlingstheater“? Zur Reflexion von Opfer- und Mitleidsdiskursen in Milo Raus Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs

Folge 4: Black Lives Matter: Michael Götting (Berlin) – Vortrag und Diskussion // Opferrituale unserer Zeit? – Literarische und mediale Darstellungen Schwarzer Menschen in Deutschland im Kontext aktueller gesellschaftlicher Vorgänge

Juli 2021

Folge 5: Täter-Opfer-Umkehr: Nike Thurn (Berlin) – Vortrag und Diskussion // „– wer war wir, Herr Verteidiger –“ Schuldabwehr und -umkehr in Uwe Tellkamps Der Eisvogel

Folge 6: Opferkonkurrenzen: Stephan Braese (Aachen) – Vortrag und Diskussion // „Sie verlassen jetzt den weißen Sektor“ – Grete Weil in Harlem

 

Saskia Fischer studierte Philosophie, Komparatistik, Kunstgeschichte, Literatur- und Geschichtswissenschaft. 2016 Promotion an der Universität Bielefeld, seit 2020 wissenschaftliche Assistenz im Bereich Neuere Deutsche Literatur und Komparatistik an der Leibniz Universität Hannover. Habilitationsprojekt zum Thema Figurationen des Antisemiten in der Literatur.

 

Matthias Lorenz studierte Kulturwissenschaften in Leipzig und Lüneburg. Promotion an der Universität Lüneburg 2004, Habilitation 2016 in Bern, Gastprofessuren in Perth und Stellenbosch. Seit 2020 Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik an der Leibniz Universität Hannover. Forschungsschwerpunkte u. a. Erinnerungskultur und Literatur als Medium kollektiver Gedächtnisbildung.

 

Kooperation: Deutsches Seminar der Leibniz Universität Hannover. Gefördert vom Deutschen Literaturfonds e.V.