Donnerstag, 16.4.2020 / 19.30 Uhr Abgesagt!
Resonanzen

Benjamin Maack & Kai Kahl Bin ich jetzt ein Leben müde?

Moderation: Jutta Rinas

Benjamin Maack © Heike Steinweg
Kai Kahl © privat

Depressive Störungen werden laut WHO schon bald weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit sein. Immerhin hat diese erschreckend hohe Zahl bewirkt, dass oener darüber gesprochen wird.


Ein entwaffnend ehrliches Zeugnis vom Leben mit Depressionen hat der Autor Benjamin Maack mit seinem Buch Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein abgelegt. „Bin ich jetzt ein Leben müde?“, fragt Maack, als er mit seinem großen, schwarzen Rollkoffer vor der Psychiatrie steht. Vier Jahre zuvor war er schon einmal dort. Jetzt ist er wieder hier und berichtet von den Nächten zu Hause, die er schlaflos, nervös und in Panik verbringt. Und dem Alltag in der Klinik, davon, wie er mit den Mitpatient*innen im Mondlicht puzzelt. Er erzählt von Medikamenten, Nebenwirkungen, von Suizidgedanken und jenem Abend, an dem auch starke Beruhigungsmittel nicht mehr helfen, und er auf „die Geschlossene hinter der Geschlossenen“ verlegt wird.


Maacks Geschichte ist nicht nur Psychiatrie- und Krankenbericht, sondern auch Familiendrama und die Erzählung eines persönlichen Schicksals. Auf Grundlage seines Buches kommt der Autor ins Gespräch mit Kai Kahl, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin an der MHH, der über das Zusammenspiel von Gehirn, Herz und psychischen Erkrankungen forscht und von neuesten Erkenntnissen auf diesem Gebiet berichtet.

 

Benjamin Maack, geboren 1978, lebt nach dem Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Volkskunde als Autor und Journalist in Hamburg. Er veröffentlicht Kurzgeschichten- und Gedichtbände. 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2013, Förderpreis zum Hermann-Hesse-Preis 2016.

Kai Kahl ist Leitender Oberarzt der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der MHH und ärztlicher Leiter des dortigen Ausbildungszent- rums für Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin (AVVM). Zahlreiche Publikationen, u. a. mit dem Preis der Deutschen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) ausgezeichnet.

Jutta Rinas, geb. 1963 in Mannheim, arbeitete für den WDR, die FR und ist seit 1997 Redakteurin bei der HAZ.