Dienstag, 6.2.2018 / 19.30 Uhr Ausgebucht!
NDRKultur – Autoren lesen

Daniel Kehlmann "Tyll"

Moderation: Alexander Solloch
+++ Bitte beachten Sie: Die Lesung findet im NDR-SENDESAAL statt (nicht im Literaturhaus)! +++

Daniel Kehlmann © Beowulf Sheehan

Die Veranstaltung ist komplett ausgebucht. Wir bitten um Verständnis, dass wir auch an der Abendkasse keine Karten mehr anbieten können.

Die Lesung wird aufgezeichnet und am 11. Februar 2018 ab 20 Uhr im NDRkultur Sonntagsstudio gesendet.

Über ein Jahrzehnt nach seinem internationalem Erfolg Die Vermessung der Welt kehrt Daniel Kehlmann wieder zum historischen Roman zurück, und dies "triumphal" (Die Welt). Bekannt als elegant-ironischer Illusionskünstler und Vermesser menschlicher Abgründe, hat sich der Autor diesmal einen ihm ebenbürtigen Protagonisten gewählt.

Mit Tyll erfindet Kehlmann die mythische Gestalt des anarchischen Possenreißers und Überlebenskünstlers Tyll Ulenspiegel neu und versetzt ihn in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges: Tyll wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einem Dorf geboren, in dem sein Vater, ein Müller, als Magier und Welterforscher schon bald mit der Kirche in Konflikt gerät. Tyll muss fliehen. Auf seinen Wegen durch das kriegsverheerte Land begegnet der Vagant und Schausteller vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen Gelehrten Martin von Wolkenstein, dem melancholischen Henker Tilman, dem sprechenden Esel Origines, dem exilierten Königspaar Elizabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt, Gedichte auf Deutsch zu schreiben, und nicht zuletzt dem fanatischen Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Athanasius Kircher, der seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse schlichtweg erschwindelt hat. So lässt Kehlmann in Tyll ein meisterliches Epos voller Fantasie und Bilder entstehen über eine aus den Fugen geratene Welt, über die Verwüstungen durch den Krieg und die Macht der Kunst - laut Sigrid Löffler (SWR 2) ein "Geniestreich" und "Kehlmanns bester Roman bisher".

Daniel Kehlmann, geb. 1975 in München, wurde für sein Werk u.a. mit dem Kleist-Preis, dem Per-Olov-Enquist-Preis und dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet. Sein Roman Die Vermessung der Welt ist einer der erfolgreichsten deutschen Romane der Nachkriegszeit. Zurzeit unterrichtet er an der New York University und ist Fellow am Cullman Center for Writers and Scholars der New York Public Library.

Alexander Solloch, geb. in Wesel am Niederrhein, arbeitete nach seinem Studium der Geschichte, Französistik und Journalistik in Leipzig und Aix-en-Provence als Journalist für verschiedene Zeitungen und Hörfunksender. Seit 2003 ist er für den NDR Kultur tätig, seit 2014 als fester Literaturredakteur.

Ort: Kleiner Sendesaal des NDR, Rudolf-von-Bennigsen-Ufer 22, 30169 Hannover

www.kehlmann.com

Eine Zusammenarbeit vom Literaturhaus Hannover und NDR Kultur