4.3.2021
Klartext

Gerd Schwerhoff „Verfluchte Götter“

Moderation: Jan Ehlert

Gerd Schwerhoff © Robert Jentzsch

Die Veranstaltung kann nicht in Präsenz stattfinden. Stattdessen planen wir eine Videoaufzeichnung. Weitere Informationen geben wir hier In Kürze bekannt.

In seiner großen Geschichte der Gotteslästerung von der Antike bis heute zeigt der Historiker Gerd Schwerhoff, wie sehr Blasphemie die Menschen seit jeher bewegt. Die weltweite Empörung über die Mohammed-Karikaturen und der Terroranschlag auf Charlie Hebdo 2015 haben deutlich gemacht: Gotteslästerung ist kein Relikt der Inquisition, sie ist heute aktueller als vor hundert Jahren. Wer herabsetzt, was für andere heilig ist, muss mit heftigen Reaktionen rechnen. Und wer sich gegen blasphemische „Hassreden“ wehrt, kann viele Anhänger*innen mobilisieren.

Gerd Schwerhoff erklärt, warum Menschen seit mehr als 2000 Jahren Gott, Propheten oder Heilige beleidigen. Fast immer geht es um Ohnmacht und Wut, gegen die Herrschenden, gegen einen scheinbar gleichgültigen Gott oder gegen andere Religionen. Und so sieht man auch die jüngsten Blasphemiefälle mit anderen Augen: Die Grenze zwischen Spott und Beleidigung ist fließend, die Schmähung ist immer Teil eines größeren Konflikts.

Mit Jan Ehlert, Mitglied der Redaktion „Religion und Gesellschaft“ bei NDR Kultur, spricht Gerd Schwerhoff über die frühen Formen der Blasphemie und ihre aktuelle Rolle im Spannungsfeld zwischen Christentum, Laizismus und Islam.

Gerd Schwerhoff, geboren 1957, ist Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Technischen Universität Dresden. Mit der Blasphemie beschäftigt er sich u. a. im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Invektivität. Konstellationen und Dynamiken der Herabsetzung“, dessen Sprecher er ist.

Jan Ehlert, geb. 1979, studierte Kirchenmusik sowie Film- und Fernsehwissenschaft. Nach einem Volontariat und der Ausbildung als Fernseh-, Hörfunk- und Online-Journalist beim NDR arbeitete er zunächst als freier Literaturredakteur. Seit Dezember 2017 ist er als Redakteur bei NDR Kultur tätig.