Dienstag, 31.3.2020 / 19.30 Uhr 12,- / 6,-
Klartext – Autorenleben

Karl-Heinz Ott „Hölderlins Geister“

Moderation: Cornelia Jentzsch

Karl-Heinz Ott © Peter-Andreas Hassiepen

Am Eingang des Tübinger Hölderlin-Turms stand jahrelang der Satz aufgesprüht: „Der Hölderlin isch et veruckt gwä!“ Ein Verrückter? Ein Revolutionär? Schwäbischer Idylliker? Oder der Vorreiter aller modernen Poesie? Friedrich Hölderlin, der Mann im Turm, ist umkämpft wie kein zweiter deutscher Dichter. Im 19. Jahrhundert fast vergessen, im 20. Jahrhundert vom George-Kreis wiederentdeckt, von den 68ern als Revolutionär gefeiert: In seinem so witzigen wie gelehrten Essay zeigt Karl-Heinz Ott Hölderlin als großen Spiegel Deutschlands. Tübingen ist der Rahmen; dort hat der Dichter den größten Teil seines Lebens zugebracht, dort geistert er bis heute faszinierend umher. Ott, selbst gebürtiger Schwabe, folgt den Geistern, die er rief, bis in unsere Tage. Zum 250. Geburtstag Hölderlins wirft er gemeinsam mit Literaturkritikerin Cornelia Jentzsch einen eingehenden Blick auf die Wirkung Hölderlins in unterschiedlichen politischen, weltanschaulichen und religiösen Diskursen bis in die Gegenwart.

Karl-Heinz Ott, 1957 in Ehingen an der Donau geboren, wurde für sein Werk mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises (1999), dem Alemannischen Literaturpreis (2005), dem Preis der LiteraTour Nord (2006), dem Johann-Peter-Hebel-Preis (2012) und dem Wolfgang-Koeppen-Preis (2014).

Cornelia Jentzsch, geb. 1958 in Torgau, lebt als freiberufliche Literaturkritikerin und Moderatorin in Berlin. Sie veröffentlicht zu Literatur, Kunst, Musiktheater und Stadtgeschichte. Außerdem ist sie Jurymitglied verschiedener Preise für Poesie.