Donnerstag, 4.10.2018 / 19.30 Uhr 12,- / 6,-
Klartext

Luise Meier „MRX-Maschine“

Moderation: Martina Sulner

© Josefa Baum

Zu seinem 200. Geburtstag ist Karl Marx so tot wie lange nicht: Entweder wird er für triviale Niedergangspredigten in Anspruch genommen oder zur Erstellung neuer Theorien ausgeschlachtet, um den akademischen Markt mit frischen Waren zu versorgen.

Es ist Zeit, Marx als Zündschnur zu gebrauchen, seine Theorien und Begriffe den Problemen der Gegenwart entgegenzusetzen. So entsteht die MRX-Maschine. Die MRX-Maschine zapft Feminismus, Postkolonialismus, Queerness und anderes an und zeigt: Das Proletariat der Jetztzeit liegt in uns selbst, die wir auf der ewigen Jagd nach Selbstvermarktung und -optimierung zugleich auch unsere eigenen „inneren Vorarbeiter“ sind. Die MRX-Maschine scannt die Schauplätze dieser öffentlichen Selbstvermarktung und die private Fabrik der Körperoptimierung nach Spuren des internalisierten Klassenkampfs, fordert zu Solidarisierung auf. Nicht zuletzt führt Luise Meier uns mit Marx unser Recht auf Scheitern, Verweigerung und Hedonismus vor Augen: MRX-Maschine ist ein geheimer Gruß an alle Verweigerer und Blaumacher, ist Analyse, Agitation und Aggression in einem – und für die Zeit der Lektüre sind Sie krankgeschrieben.

Luise Meier, geb. 1985 in Ostberlin, arbeitet als freie Autorin und Servicekraft. Sie studierte Philosophie, Sozial- und Kulturanthropologie und Kulturwissenschaften in Berlin, Frankfurt a. d. Oder und Aarhus und verfasste u.a. Texte für die Berliner Volksbühne.

Martina Sulner, geb. 1961, ist Literaturwissenschaftlerin, Herausgeberin und hat als Journalistin in Hamburg, Rostock, Schwerin sowie für den Spiegel Spezial und die Frankfurter Rundschau gearbeitet. Seit 2000 ist sie Redakteurin bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.