Donnerstag, 6.2.2020 / 19.30 Uhr 12,- / 6,-
NDRKultur – Der Norden liest

Lukas Bärfuss „Malinois“

Moderation: Ulrich Kühn

Lukas Bärfuss © Stefano de Marchi

In seinem ersten Erzählband zeichnet Büchner-Preisträger Lukas Bärfuss eine irritierende Kartographie der Passionen. Malinois versammelt Erzählungen aus über 20 Jahren, die schon im Titel so fundamentale Fragen stellen wie Was ist Liebe? oder Was ist ein Hund? Die Liebe und das Begehren sind die Fluchtpunkte dieser Texte. Objekt der Obsession kann dabei der Schwager sein, in den sich ein Mann verliebt. Oder die eigene, längst verstorbene Mutter, nach der sich ein Dramatiker sehnt und um die er trauert. Aber nicht nur Menschen können im Zentrum der Begierde stehen: So vergräbt einer der Protagonisten eine Alfa Romeo Giulia in seinem Garten.

Ein weiteres Verbindendes ist der immer wieder einfallende Zufall, die Willkür des Lebens. In zugleich sinnlicher und analytischer Sprache erzählt Bärfuss von Menschen, die aus den Routinen des Alltags herausgerissen werden. Im Gespräch mit Ulrich Kühn spürt er noch einmal den Fragen nach, wie wir uns begegnen und wie wir die Geschichten unserer Leidenschaften entwerfen.

Lukas Bärfuss, geb. 1971 in Thun/Schweiz, ist Dramatiker, Romancier und Essayist. Seine Stücke werden weltweit gespielt, seine Romane sind in etwa zwanzig Sprachen übersetzt. Bärfuss ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und lebt in Zürich. 2018 erhielt er den Preis der LiteraTour Nord, 2019 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

Ulrich Kühn, geb. in Karlsruhe, studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie und promovierte über das Zusammenspiel von gesprochener Sprache und Musik im Theater. Er arbeitete als freier Autor und Rezitator, ab 2000 als Moderator für den NDR und ist seit 2007 als Redakteur bei NDR Kultur in Hannover tätig, wo er die Literaturredaktion leitet.

Die Lesung wird aufgezeichnet und am 15.03.2020 auf NDR Kultur im Sonntagsstudio ab 20 Uhr gesendet.

In Kooperation mit NDR Kultur.