Donnerstag, 3.2.2022 / 19.30 Uhr 12,- / 6,-

Lutz Seiler „Schrift für blinde Riesen. Gedichte“

Moderation: Michael Braun

Lutz Seiler © Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag

Nach seinen beiden großen Romanen Kruso und Stern 111 kehrt Seiler zu seinen Anfängen zurück – in den Heimathafen der Gedichte. Reduziert und konzentriert verwandelt er das vermeintlich Banale in kunstvolle Bildsprache, immer auf der Suche nach einer „Schrift für blinde Riesen“ und ihrem Blick dorthin, „wo die Welt vermutet werden könnte“. 

Mit seiner suggestiven Stimme und einer gehärteten Sprache jenseits aller Moden eröffnet Lutz Seiler einen ureigenen poetischen Raum. Vor allem ist es seine Sprache ganz nah an der Materialität der Dinge, verwandelt in Rhythmus und Klang, die den Erzählton seiner neuen Gedichte bildet: „Der Hallraum eines Gedichts sollte nicht kleiner sein als der eines Romans“, so Seiler.

Lutz Seiler, geb. 1963 in Gera/Thüringen, lebt in Wilhelmshorst bei Berlin und in Stockholm. Nach einer Lehre als Baufacharbeiter arbeitete er als Zimmermann und Maurer. 1990 schloß er ein Studium der Germanistik ab, seit 1997 leitet er das Literaturprogramm im Peter-Huchel-Haus. Für sein Werk erhielt er mehrere Preise, darunter den Ingeborg-Bachmann-Preis, den Bremer Literaturpreis, den Uwe-Johnson-Preis, 2014 den Deutschen Buchpreis und den Preis der Leipziger Buchmesse 2020.

Michael Braun, geb. 1958 in Hauenstein, lebt als freier Literaturkritiker in Heidelberg. Er arbeitet für Rundfunk und Printmedien und ist Herausgeber und Autor vieler Veröffentlichungen zur Lyrik, seit 2012 des Lyrik-Taschenkalenders. Zuletzt erschien u.a. ein Gespräch mit Klaus Merz im Schweizer Monat. 2018 erhielt er den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik.