Dienstag, 11.5.2021 / 17.30 Uhr
Klartext

Stefan Weidner „Ground Zero“

Moderation: Ulrich Kühn

Stefan Weidner © privat

Die Veranstaltung Wird aufgezeichnet und anschließend für einen begrenzten Zeitraum in unserer Mediathek zur verfügung gestellt. Weitere Infos folgen.

Ground Zero sei nicht nur der Ort, an dem einst in New York das World Trade Center stand, sondern auch der Nullpunkt unserer Gegenwart und ihrer globalen Konflikte, so Stefan Weidner. Der 11. September 2001: das Ende der USA als alleinige Weltmacht, Guantanamo und die Konfrontation zwischen dem Westen und der islamischen Welt, die Flucht vor den Kriegen im Nahen Osten, der Aufstieg von Populismus und Nationalismus. Hat Bin Laden also tatsächlich gewonnen und die Selbstgewissheiten des Westens entzaubert?

Für Stefan Weidner, Experte für den arabischen Raum und kenntnisreicher Beobachter der Weltpolitik, ist die Geschichte von 9/11 erst zu Ende, wenn wir uns von den Feindbildern der vergangenen 20 Jahre verabschieden. Es sei die Zeit gekommen, das Terror-Trauma abzuschütteln und die Welt anders, nämlich von den existenziellen Herausforderungen der Menschheit her zu denken. Wie könnten neue, konstruktive Weltordnungen aussehen? Und wie könnte eine Politik des „sozialen und ökologischen Fortschritts“ gelingen?

Über diese Fragen diskutiert Stefan Weidner auf Grundlage seines Essays Ground Zero mit Ulrich Kühn.

Stefan Weidner, geb. 1967, lebt in Köln, studierte Islamwissenschaften, Philosophie und Germanistik in Göttingen, Damaskus, Berkeley und Bonn. 2001–2016 Chefredakteur der Kulturzeitschrift Art & Thought/Fikrun wa Fann. Für seine Arbeit hat er u. a. den Clemens-Brentano-Preis, den Johann-Heinrich-Voß-Preis, und den Sheikh Hamad Award for Translation and International Understanding erhalten.

Ulrich Kühn, geb. 1967 in Karlsruhe, studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie und promovierte über das Zusammenspiel von gesprochener Sprache und Musik im Theater. Er arbeitete als freier Autor und Rezitator, ab 2000 auch als Moderator für den NDR, wo er seit 2007 Redakteur ist und nach den Magazinen nun die Literaturredaktion leitet.