Dienstag, 15.2.2022 / 19.30 Uhr 12,- / 6,-
Klartext

Svenja Flaßpöhler „Sensibel – Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren“

Moderation: Martina Sulner

Svenja Flaßpöhler © Johanna Ruebel

Menschheitsgeschichtlich steht die Sensibilisierung für Fortschritt: Menschen schützen sich wechselseitig in ihrer Verletzlichkeit, werden empfänglicher für eigene und fremde Gefühle, lernen, sich in fremde Schicksale hineinzuversetzen und mit anderen zu solidarisieren. Doch diese Entwicklung hat eine Kehrseite: Anstatt uns zu verbinden, zersplittert die Sensibilität die Gesellschaft. Erleben wir gerade den Kipppunkt fortschreitender Sensibilisierung? Svenja Flaßpöhler erzählt die Geschichte des sensiblen Selbst aus philosophischer Perspektive, beleuchtet die zentralen Streitfragen der Zeit und arbeitet den Grund für die prekäre Schieflage heraus: Weil die Widerstandskraft bis heute mit kalter Verpanzerung assoziiert wird, gilt sie als Feindin der Sensibilität. Aber stimmt das? Sensibel ist ein hochaktuelles, philosophisches und gleichzeitig unterhaltsames Buch, das die Sensibilität dialektisch durchleuchtet und zu dem Schluss kommt: Die Resilienz ist die Schwester der Sensibilität. Die Zukunft meistern können sie nur gemeinsam.  

Svenja Flaßpöhler ist Chefredakteurin des Philosophie Magazins. Die promovierte Philosophin war leitende Redakteurin beim Deutschlandfunk Kultur, wo sie die Sendung Sein und Streit verantwortete. Mit Wolfram Eilenberger, Gert Scobel und Jürgen Wiebicke gestaltet sie das Programm der Phil.cologne, dem größten Philosophie-Festival Deutschlands. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt, die Streitschrift Die potente Frau wurde ein Beststeller. 

Martina Sulner, geboren 1961, ist Literaturwissenschaftlerin, Herausgeberin und hat als Journalistin in Hamburg, Rostock, Schwerin und Hannover gearbeitet. Sie schreibt unter anderem für das RND.