Sonntag, 5.4.2020 / 17.00 Uhr 10,– an der Abendkasse, 7,– im Vorverkauf

Veranstaltungshinweis: Ulla Lenze "Der Empfänger"

Moderation: Raliza Nikolov

Ulla Lenze © Julien Menand

Die neue Reihe HERMANNSHOFER LITERATUREN beinhaltet sieben Lesungen zwischen November 2019 - Mai 2020 mit dem Ziel, vielfältig und innovativ Literatur auf dem Lande zu präsentieren. Konzipiert sind dafür zwei Rubriken: In der Rubrik „Literatur auf dem Land“ werden AutorInnen der Gegenwartsliteratur vorgestellt. In der Rubrik „Lebensbilder“ bekommt das Genre der Biografie als literarische Gattung eine besondere Aufmerksamkeit. Die Literaturnachmittage sind keine Lesungen im herkömmlichen Sinn; jede Einzellesung hat ihre eigene kleine Dramaturgie, sei es in Form musikalischer oder szenischer Begleitung. Der Verleger Dietrich zu Klampen kuratiert die Reihe.

Ulla Lenze, Der Empfänger
Ulla Lenze legt einen wirkmächtigen Roman über die Deutschen in Amerika während des Zweiten Weltkriegs vor. Die Geschichte über das Leben des rheinländischen Auswanderers Josef Klein, der in New York ins Visier der Weltmächte gerät, leuchtet die Spionagetätigkeiten des Naziregimes in den USA aus und erzählt von politischer Verstrickung fernab der Heimat.

Über das Buch:
Vor dem Kriegseintritt der Amerikaner brodelt es in den Straßen New Yorks. Antisemitische und rassistische Gruppierungen eifern um die Sympathie der Massen, deutsche Nationalisten feiern Hitler als den Mann der Stunde. Der deutsche Auswanderer Josef Klein lebt davon relativ unberührt; seine Welt sind die multikulturellen Straßen Harlems und seine große Leidenschaft das Amateurfunken. So lernt er auch Lauren, eine junge Aktivistin, kennen, die eine große Sympathie für den stillen Deutschen hegt. Doch Josefs technische Fähigkeiten im Funkerbereich erregen die Aufmerksamkeit einflussreicher Männer, und noch ehe er das Geschehen richtig deuten kann, ist Josef bereits ein kleines Rädchen im Getriebe des Spionagenetzwerks der deutschen Abwehr. Josefs verhängnisvoller Weg führt ihn später zur Familie seines Bruders nach Neuss, die den Aufstieg und Fall der Nationalsozialisten aus der Innenperspektive erfahren hat, und letztendlich nach Südamerika, wo ihn Jahre später eine Postsendung aus Neuss erreicht. Deren Inhalt: eine Sternreportage über den Einsatz des deutschen Geheimdienstes in Amerika.

»Wie keine andere Autorin und kein anderer Autor unserer Generation kann Ulla Lenze in klugen Szenen und wunderbaren Details von der inneren Verfasstheit weit entfernter Orte und ihrer Bewohner erzählen, von sozialen und zwischenmenschlichen Dynamiken und wie beides zusammenhängt. In Der Empfänger wendet sie ihr Können erstmals auf einen historischen Stoff an und das Ergebnis ist beeindruckend.« Inger-Maria Mahlke

»Wie schafft sie es bloß, über Figuren, die sich selbst verlieren, so zu schreiben, dass man beim Lesen Halt findet?« Lucy Fricke

»Ulla Lenze schreibt eine tolle, empfindungsintensive, pathosfreie Prosa. Echt und wahr und ehrlich.« David Wagner

Ulla Lenze, 1973 in Mönchengladbach geboren, studierte Musik und Philosophie in Köln und veröffentlichte insgesamt vier Romane, zuletzt Der kleine Rest des Todes (2012) und Die endlose Stadt (2015). Für ihre Arbeiten wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Jürgen-Ponto-Preis für das beste Debüt 2003, dem Rolf-Dieter-Brinkmann-Förderpreis und dem Ernst-Willner-Preis beim Bachmann-Wettbewerb. 2016 erhielt Ulla Lenze für ihr Gesamtwerk den »Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft«. Für ihren neuen Roman Der Empfänger hat sie die Lebensgeschichte ihres Großonkels fiktional verarbeitet. Ulla Lenze lebt in Berlin.

Raliza Nikolov, studierte Musikwissenschaftlerin, ist Moderatorin beim Radiosender NDR Kultur. Seit mehr als 10 Jahren moderiert sie auch die Literatursendung Das gemischte Doppel.

Veranstaltungsort: Haus im Park, Hermannshof Völksen, 31832 Springe-Völksen

Eintritt: 10 Euro an der Abendkasse, 7 Euro bei Onlinereservierung unter www.hermannshof.de

Gefördert vom Land Niedersachsen und der Stiftung Niedersachsen