Dienstag, 23.10.2018 / 19.30 Uhr 12,- / 6,-
Literatur International: Türkei

Zülfü Livaneli „Unruhe“

Moderation: Stefan Lohr, Übersetzung und Lesung des dt. Textes: Antje Bauer

Zülfü Livaneli © Fethi Karaduman

Als der Journalist Ibrahim, der in Istanbul ein geschäftiges aber gewöhnliches Leben führt, vom Tod seines Jugendfreundes Hüseyin erfährt, kehrt er zum ersten Mal seit vielen Jahren in ihre gemeinsame Heimatstadt Mardin zurück. Auf den Spuren des Freundes erfährt er von dessen geheimnisvollen Verlobten Meleknaz. Fasziniert von den Berichten über die junge Jesidin taucht er ein in die Mythen und Überlieferungen ihrer Kultur und trifft auf eine Gruppe von Frauen, die aus der Gefangenschaft des IS fliehen konnten. Dabei gerät er Immer tiefer in einen Sog aus aktuellen und alten Geschichten, Leidenschaften und Gewalt, der ihn zwingt, seine Herkunft und sein Leben neu zu bewerten.

Zülfü Livaneli konfrontiert den Leser mit einer emotionalen und hochaktuellen Geschichte nahöstlicher Realität, in der Liebe und Schmerz ineinander übergehen.

 

Zülfü Livaneli, geb. 1946, ist einer der bekanntesten Künstler der Türkei, der mit seinen Liedern, und Kinofilmen international große Erfolge feiert. In den 70er Jahren war er wegen seiner politischen Anschauungen gezwungen, die Türkei zu verlassen. Erst 1984 kehrte er zurück. Einige Jahre war er Mitglied des türkischen Parlaments, besonders setzte er sich dabei für die türkisch-griechische Aussöhnung ein. Für sein breites Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Orhan-Kemal-Literaturpreis.

Stephan Lohr, geb. 1950, studierte Literatur- und Sozialwissenschaften in Hannover, arbeitete 10 Jahre als Verlagsredakteur und dann als Redakteur beim NDR, wo er seit 1998 die Abteilung Kulturmagazine leitete und von 2008 bis 2014 die Literaturredaktion von NDR Kultur. Heute schreibt er Literaturkritiken und wirkt als Programmberater beim Göttinger Literaturherbst.