12.1.2021
Resonanzen

Bin ich jetzt ein Leben müde? Mit Benjamin Maack & Kai Kahl

Endlich konnten wir unsere lang geplante Veranstaltung mit Benjamin Maack & Kai Kahl bei uns aufzeichnen. Im Rahmen unserer Reihe Resonanzen sprach am 12.01.2021 Benjamin Maack auf Grundlage seines Buchs Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein mit Kai Kahl, dem geschäftsführenden Oberarzt der psychiatrischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, über Depressionen.

In Zeiten des Social Distancing ist die psychische Gesundheit besonders gefährdet. Und bereits vor Corona prognostizierte die WHO, dass depressive Störungen schon bald die weltweit zweithäufigste Volkskrankheit sein werden.

Ein entwaffnend ehrliches Zeugnis vom Leben mit Depressionen hat der Autor Benjamin Maack mit seinem Buch Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein abgelegt. „Bin ich jetzt ein Leben müde?“, fragt Maack, als er erneut vor der Psychiatrie steht. Er erzählt vom Alltag in der Klinik, von Medikamenten, Nebenwirkungen, von Suizidgedanken und jenem Abend, an dem auch starke Beruhigungsmittel nicht mehr helfen, und er auf „die Geschlossene hinter der Geschlossenen“ verlegt wird.

Maacks Geschichte ist nicht nur Psychiatrie- und Krankenbericht, sondern auch Familiendrama und die Erzählung eines persönlichen Schicksals. Auf Grundlage seines Buches kommt der Autor ins Gespräch mit Prof. Kai Kahl. Als geschäftsführender Oberarzt der psychiatrischen Klinik der MHH erforscht Kahl aktuell auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Leiden psychisch erkrankter Personen. Bei uns berichtet er vom Klinikalltag und von neuesten Forschungserkenntnissen.

Benjamin Maack, geboren 1978, lebt nach dem Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Volkskunde als Autor und Journalist in Hamburg. Er veröffentlicht Kurzgeschichten- und Gedichtbände. 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2013, Förderpreis zum Hermann-Hesse-Preis 2016.

Kai Kahl ist Leitender Oberarzt der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der MHH und ärztlicher Leiter des dortigen Ausbildungszentrums für Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin (AVVM). Zahlreiche Publikationen, u. a. mit dem Preis der Deutschen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) ausgezeichnet.

Jutta Rinas, geb. 1963 in Mannheim, arbeitete für den WDR, die FR und ist seit 1997 Redakteurin bei der HAZ.