"Formexperiment und plastische Bildsprache als poetische Politik"Internationaler wissenschaftlicher Workshop zum Werk von Marion Poschmann
organisiert von Tanja van Hoorn (Leibniz Universität Hannover) und Johanna Bohley (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

Marion Poschmann, vielfach preisgekrönt (zuletzt u.a. Hölty-Preis 2020, Joseph-Breitbach-Preis 2023), schreibt Lyrik, Prosa und literarische Essays. Ihr Werk zeichnet sich durch innovative Formgebung und eigenständig-originelle Zugänge zu gesellschaftlich relevanten Themen aus. Kongenial setzt sie sich mit einer Fülle literarischer Epochen auseinander, indem sie etwa lyrische Traditionen wie Lehrgedicht, Elegie und Ode gerade im Zeichen des Anthropozäns aktualisiert (von Grund zu Schafen [2004] bis Nimbus [2020]) oder aber umgekehrt ihre ganz rezenten Romanfiguren anspielungsreich im Hallraum der Antike situiert (Chor der Erinnyen [2023]).
Den Ausgangspunkt für den Workshop bildet die Überzeugung, dass derartige intensive Erkundungen des literarischen Felds bei Poschmann immer auch wahrnehmende Welterkundungen sind, die Natur, Kunst, Religion/Mystik, Wissenschaft, Reise und interkulturelle Erkenntnis in einem präzise geformten und dabei doch eigentümlich fluiden Möglichkeitsraum zusammenführen. Ihr Schreiben ist also, so die These, gleichermaßen charakterisiert durch eine traditionsbewusst-experimentelle Form, eine konzentriert-plastische Bildsprache und ein hintergründig humorvolles, originär poetisches Engagement.
Auf dem Workshop sondieren internationale Forschende das Werk Marion Poschmanns in kurzen Vorträgen und Diskussionen. Das Programm finden Sie hier auf der Homepage des Literaturhauses. Gäste sind nach Anmeldung unter tanja.van.hoorn@germanistik.uni-hannover.de herzlich willkommen.
Die Veranstaltung wird von der VGH-Stiftung Hannover und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert.
Programm
Donnerstag, 26. März 2026
14:00 Uhr Ankommen, Begrüßung
14:15 Uhr Eröffnung des Workshops durch die Veranstalterinnen
14:30 Uhr Poschmanns Erzählen. Ironie und Konstruktion (Jürgen Nelles)
15:30 Uhr Marion Poschmanns Osteuropa. Literarisierungen eines historisch-politischen Felds (Katrin Hillgruber)
16:30 Uhr Kaffeepause
17:00 Uhr Canis major. Zu Marion Poschmanns Hundenovelle (2008) (Anne-Kathrin Reulecke)
19:00 Uhr Öffentliche Abendveranstaltung: Marion Poschmann im Gespräch mit Bernhard Malkmus: „Dichten als Welterkundung“
Freitag, 27. März 2026
9:30 Uhr Phyto- und Zoopoetik in Marion Poschmanns Gedichtband Geliehene Landschaften (Barbara Thums)
10:30 Uhr Kaffeepause
10:45 Uhr Sonett als „Möglichkeitsraum“ und „Hallraum“ in Poschmanns Die große nordische Expedition (Lorella Bosco)
[12:00-14:00 Mittagspause]
14:00 Uhr Grenzen verbrennen. Intertextualität als geistliche Übung im Werk Marion Poschmanns (Thomas Sojer)
15:00 Uhr Kaffeepause
15:15 Uhr Klopstock-Kalkül und hymnische Naturaisthetik im Zeitalter des Plastiks (Nimbus, Die Winterschwimmerin) (Tanja van Hoorn)
16:15 Uhr Werk und Experiment. Marion Poschmanns Poetikvorlesungen (Johanna Bohley)
17:15 Uhr Abschlussdiskussion und Resümee
Kooperation: Literaturhaus Hannover e.V.
Veranstalter: Deutsches Seminar / Leibniz Universität Hannover
